Schätze auf dem Münchner Christkindlmarkt

Schätze auf dem Münchner Christkindlmarkt

Große bekannte Weihnachtsmärkte oder kleine und wenig besuchte? An dieser Frage scheiden sich die Geister. In München gibt es bezaubernde kleinere Stadtteilmärkte, aber die Münchner wissen ganz genau, wo das Original zu finden ist. Trotz des Andrangs lohnt sich ein genauerer Blick auf den Münchner Christkindlmarkt, denn zwischen Neuhauserstraße, Marienplatz und Rindermarkt verbergen sich einige Schätze voll Schönheit und alter Tradition.

Die Münchner und ihre Weihnachtsmärkte – eine alte Tradition

Als gebürtige Münchnerin kenne ich den Münchner Christkindlmarkt Zeit meines Lebens. Dieser Weihnachtsmarkt ist neben dem Nürnberger Christkindlesmarkt  – man beachte die unterschiedliche Schreibweise – einer der berühmtesten in Deutschland und auf der ganzen der Welt. Den Sinn für Tradition haben beide Weihnachtsmärkte gemeinsam. Wenn man über den zentralen Weihnachtsmarkt der Stadt München schlendert, atmet man viel Geschichte. Es ist davon auszugehen, dass sein Ursprung in den Nikolausmärkten des 14. Jahrhundert liegt. Bereits 1642 fand in der Kaufingerstraße eine Nikolaidult statt. Im Zeitalter der Aufklärung wurde der Nikolaimarkt in „Christmarkt“ umbenannt. Über die Jahrhunderte fand die jährlich wiederkehrende Veranstaltung an unterschiedlichen Orten statt. Erst 1972 fand sie ihren festen Ort auf dem Marienplatz und heißt seitdem „Münchner Christkindlmarkt“.

Tiefere Einblicke für Blogger und Instagrammer

Muenchen.de lud zu einer speziellen Führung für Blogger und Instagrammer über den Münchner Christkindlmarkt ein. Für Hiddentraces ein ideales Thema, da ich neben unbekannten Orten leidenschaftlich gerne bekannte Lokalitäten tiefer entdecke und sie meinen LeserInnen näherbringen möchte. Ich hatte mir schon lange vorgenommen, den traditionellen Weihnachtsmarkt in seinen Details zu erkunden und war mir sicher, dass sich an den Ständen mit traditionellem Handwerk schöne Fotomotive verbergen und es interessante Traditionen gibt, die mit dem Christkindlmarkt in Verbindung stehen. Mit dieser Vermutung hatte ich Recht.

Mit anderen Bloggern und Instagrammern auf dem Münchner Christkindlmarkt
Mit anderen Bloggern und Instagrammern auf Erkundungstour

Wer darf den Christbaum spenden?

Der übergroße Christbaum ist weltberühmt und „die“ Attraktion des Münchner Christkindlmarktes – und das nicht nur für Touristen.  Der 30 Meter hohe Baum der diesjährigen Weihnacht trägt 2.500 Kerzen. Er wird jedes Jahr von einer anderen bayerischen Gemeinde gespendet und ist ein begehrtes Privileg. Die Gemeinden müssen sich bewerben und werden auf eine Warteliste gesetzt. 2017 wurde der Christbaum von Burghausen gespendet, die Stadt mit der längsten Burg der Welt, die ich sehr sehenswert finde. Burghausen hat ganze 15 Jahre auf das Spenden des Christbaums gewartet. Der Christbaum wurde ursprünglich zum Anlass einer Hochzeit gepflanzt und war bereits 48 Jahre alt. Gehoben wurde die Tanne wie jedes Jahr von der Münchner Berufsfeuerwehr. Die Christbaumspendergemeinde Burghausen hat einen eigenen Glühweinstand im Rathaus-Innenhof. Hier kann man gemütlich eine Tasse Glühwein oder Kinderpunsch genießen, der von Vereinen aus Burghausen ausgeschenkt wird. Dabei kann man dem Trubel des Marienplatzes etwas entfliehen und auch die Münchner Stadtkrippe bewundern.

Kulinarisches mit viel Liebe zum Detail

Kulinarisch bietet der Münchner Christkindlmarkt das, was man von ihm erwartet. Altbayerische Spezialitäten, Lebkuchen und der Geruch von Glühwein sind omnipräsent.  Auch Vegetarier und Veganer wie ich können fündig werden. Lebkuchenstände haben für mich einen besonderen Zauber, denn man fühlt sich ein bisschen, als wäre man in einem Märchen. Sie sind mit ihren mit viel Liebe zum Detail und farbenfroh gestalteten Waren, die Männchen, Herzen und Ähnliches darstellen, auch wunderbare Fotomotive. Im zauberhaften „Hexenhäusl“ in der Rosenstraße findet man wunderschöne Lebkuchen-Exemplare, die man auch als Schmuck für den Weihnachtsbaum nutzen kann.

Lebkuchen als Christbaumschmuck zum Essen auf dem Münchner Christkindlmarkt
Christbaumschmuck zum Essen

Kunsthandwerk von Menschen mit Leidenschaften

Der Münchner Christkindlmarkt ist bekannt für sein traditionelles und hochwertiges Kunsthandwerk. Die letzten Jahre ging ich meistens nur oberflächlich durch den Christkindlmarkt, um schließlich einen Glühwein zu trinken. Aber die kunstvoll gefertigten Holzkrippen haben schon in früheren Jahren meine Aufmerksamkeit erregt. Interessant finde ich nicht nur die kreativen und vielfältigen Handwerkswaren, sondern auch die Menschen, die sie mit Leidenschaft seit vielen Jahren auf ihren Ständen verkaufen. Hinter den Ständen stehen Menschen, die ihre Sammlerleidenschaft für so spezielle Dinge wie z.B. alten Christbaumschmuck zum Beruf gemacht haben. Die Menschen geben den Ständen ihren besonderen Charakter und es macht einfach Freude, ihnen zuzuhören, wenn sie ihre Waren anpreisen, für die sie merklich brennen. Man findet an den Ständen auch allerhand kuriose Dinge, wie zum Beispiel Weihnachtsgurken als Christbaumschmuck oder Totenköpfe als Ausstechformen. Die Standbetreiber sind oftmals „bayerische Originale“ und kommen aus dem weiteren Umkreis von München. Wer als Münchner regionale Produkte unterstützen möchte, ist auf dem Marienplatz zur Adventszeit gut aufgehoben.

Bayerisches Original
Bayerisches Original
Weihnachtsgurken als Christbaumschmuck auf dem Münchner Christkindlmarkt
Weihnachtsgurken als Christbaumschmuck

München: Welthauptstadt der Weihnachtskrippen

In München kann man während des Christkindlmarktes einige der besten Weihnachtskrippen der Welt bewundern. Der Christkindlmarkt selbst verfügt über einen eigenen Bereich dafür, den sogenannten Kripperlmarkt, der in der Neuhauserstraße stattfindet. Handgeschnitzte Krippen sieht man an manchen Ständen oder aber bei der Krippenausstellung, die anlässlich des 100-jährigen Jubiläums der Münchner Krippenfreunde stattfindet. Hier werden Krippen der letzten 300 Jahre gezeigt. Der Zugang ist über den Prunkhof des Rathauses möglich. Der Eintritt ist frei.

Münchner Stadtkrippe
Münchner Stadtkrippe im Rathaus-Innenhof

Münchner Christkindlmarkt: Nimm Dir Zeit dafür!

Zugegeben, der Christkindlmarkt in München ist nicht der ruhigste Weihnachtsmarkt. Viele Menschen schieben sich durch die Gassen. Der hektische Modus der Shoppingmeilen in der Münchner Innenstadt scheint hier leider etwas abzufärben. Erkunde die Stände trotzdem in Ruhe, nimm die wunderschönen Details des ältesten Weihnachtsmarkts der Stadt, des „Originals“, wahr und genieße das heimelig-traditionelle Flair und den Lichterglanz des großartigen Weihnachtsbaums. Was wäre München ohne seine Traditionen?

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8 thoughts on “Schätze auf dem Münchner Christkindlmarkt

  1. Vielen lieben Dank für den Artikel. Ich bin dieses Weihnachten nicht daheim, sondern während meiner fünfmonatigen Reise zu Weihnachten im Norden Argentiniens und gerade fehlt mir die vorweihnachtliche Stimmung, daher kommt dein Artikel genau richtig. Ein riesiger Weihnachtsbaum, Glühwein, viel mit Liebe gestalteter Weihnachtsschmuck – seufz*. Das bringt mich selbst weit weg ein bissl in Weihnachtsstimmung:) Und so habe ich meinem Freund gerade schon eine SMS geschickt: Nächstes Jahr planen wir ein Wochenende in München ein und gehen auf den Weihnachtsmarkt“. So, ab jetzt freue ich mich ein Jahr vor:)

    Liebe Grüße aus Argentinien,
    Nicole vom Reiseblog PASSENGER X

    1. Ricarda Christina Hollweg

      Das freut mich 🙂 Der Christkindlmarkt in München ist auf jeden Fall ein Erlebnis. Weihnachten selbst werden mein Mann und ich auch wieder auf Reisen sein. Umso mehr genieße ich diese Zeit gerade noch. Ganz viel Spaß in Südamerika! Ich verfolge immer gerne Deine Stationen 🙂 Liebe Grüße aus München, Ricarda

    1. Ricarda Christina Hollweg

      Liebe Christine, ja, das kann ich nur empfehlen. Hier hat man wirklich viel Auswahl, an schönen Möglichkeiten zur Weihnachtszeit. LG, Ricarda

  2. Es ist schon einige Jahre her, dass ich in München auf dem Weihnachtsmarkt besucht habe. Es hat mir damals sehr gut gefallen. Einziges Manko: die wirklich unfassbar vielen Leute. Aber das ist wohl überall so auf den Weihnachtsmärkten….

    Liebe Grüße aus Hannover!

    1. Ricarda Christina Hollweg

      Liebe Lisa, herzlichen Dank für Deinen Kommentar! Ja, die Menschenmenge ist nicht zu verachten dort. Trotzdem meine ich, es lohnt sich, einmal mit Zeit und Muße die vielen schönen Details kennenzulernen. Leider kenne ich in Hannover bisher nur den Weihnachtsmarkt am Bahnhof, würde die Stadt überhaupt gerne besser kennenlernen. Liebe Grüße, Ricarda

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